Konzert am 3.3.2012

Im Café Lyrik in Prenzlauer Berg, Kollwitzstraße 97

Gerhard Bernhagen (Akkordeon, Gesang, Leitung), Ulrike Stephan (Akkordeon, Gesang), Erika Grimm (Flöte, Gesang),
Constanze (Violine, Gesang), Karl-Heinz Metzger (Klarinette), Vadim Borovinski (Bassklarinette), Marija Manzelenko (Gitarre)

Es war ein wunderbarer Konzertabend. Das Café Lyrik war bis auf den letzten Platz besetzt, und viele standen. Bei den ruhigen Stücken herrschte gespannte Aufmerksamkeit, bei den lebhaften Stücken wurde mitgeklatscht und getanzt. Die Begeisterung war groß, und der Funke sprang über, Wir wurden getragen von großer Sympathie, und in der zweiten Konzerthälfte steigerte sich der Beifall bis zum Schluss. Es war fast unhöflich, dass wir es bei der einen Zugabe beließen. Constanze gab eine beeindruckende Abschiedsvorstellung, und Marija spielte, als wäre sie nie weg gewesen.

1. Fun der chupe
2. Schpilsche mir
3. Zwei chassidische Tänze
4. Hora mit tsibeles
5. Lomir sich iberbetn
6. Oj tate
7. An die Schwiegereltern
8. Bukovina chosidl
9. A glesele vajn

10. Vojl is dem rebn
11. Schpil, klezmer, schpil
12. Jovano Jovanke
13. Oj, s’is gut
14. Terk in amerike
15. Bulgar
16. Hejmischer bulgar
17. Fun taschlich
18. A nocht in gan ejdn
19. Ale brider (Zugabe)

In der dänischen Zeitschrift Politiken ist am 18.3.2012 ein Artikel über unser Konzert erschienen:

Klezmerklang
Over for Delizie D Italia ligger Café LYRIK. Lørdag aften, når shabbaten er forbi, åbner den lille kabaret med klezmermusik leveret af KiezKlezmer, et orkester fra Charlottenburg.
I kvarteret omkring Kollwitzstrasse ligger Tysklands største synagoge og en smuk jødisk kirkegård. Kabareten er en oplevelse.
Midt mellem for- og baglokale spiller seks-syv musikanter jødisk musik, mens en kvinde synger på jiddisch, det oldgamle tysk, som østeuropæiske jøder blandede op med hebræiske og slaviske gloser til et sprog, og som tyskere i dag med nød og næppe kan forstå lidt af.
Klarinet og basklarinet slår sammen med violinen tonen an. Sangene er skønne og melodiske, snart melankolske, snart hektiske. Det er ikke det vilde, slet ikke larmende, bare dejlig musik i menneskehøjde. Et stykke kultur, der har overlevet på trods af alt.
Kabareten er egentlig et hul i væggen. Den består af tre bittesmå rum og en bardisk, så der er hurtigt fyldt op med stamkunder, der elsker stedet. Adgang er gratis, men hatten går i høj grad rundt, og man betaler desuden lidt ekstra for drikkevarerne. Sådan er det på alle Berlins små musiksteder.
Mine to piger, der er flasket op med Sigurd Barrett på dvd, ville gerne med. Den yngste på seks faldt desværre i søvn, fordi orkestret kom lidt vel sent i gang. Jeg listede af efter et par numre med barnet på armen. Men den ældste kunne alle instrumenterne, da vi gik hjem i måneskinnet.
Kom i god tid før kl. 20 og få plads i de to forreste rum, så det er muligt at komme ud igen uden at genere nogen.
Klezmerklänge
Gegenüber von Delize D Italia liegt das Cafe LYRIK. Am Samstagabend, wenn der Shabbat vorbei ist, öffnet das kleine Cabaret seine Pforten mit Klezmermusik, gespielt von KiezKlezmer, einem Orchester aus Charlottenburg.
Im Viertel rund um die Kollwitzstraße liegt Deutschlands größte Synagoge und ein hübscher jüdischer Friedhof. Das Kabarett ist ein Erlebnis.
Inmitten des vorderen und hinteren Gastraumes spielen sechs-sieben Musiker jüdische Musik, während eine Frau in Jiddisch singt, dem uralten Deutsch, welches die osteuropäischen Juden mit hebräischen und slawischen Redewendungen zu einer Sprache formten, die Deutsche heute nur noch mit großer Mühe teilweise verstehen können.
Die Klarinette und die Bassklarinette bestimmen zusammen mit der Violine den Ton. Die Gesänge sind schön und melodisch, alsbald melancholisch, dann auch wieder hektisch. Es ist nicht die wilde und schon gar keine lärmende, sondern einfach herrliche Musik auf Augenhöhe. Ein Stück Kultur, das trotz allem überlebt hat.
Das Kabarett ist eigentlich ein Loch in der Wand. Es besteht aus drei winzig kleinen Räumen und einem Bartresen, so dass es sehr schnell mit Stammkunden gefüllt ist, die diesen Ort einfach lieben. Der Eintritt ist frei, aber der Hut geht häufig herum und man bezahlt darüber hinaus etwas extra für die Getränke. So ist das überall an den kleinen Musikorten Berlins.
Meine zwei Töchter, die aufgezogen wurden mit Sigurd Barret auf DVD, wollten gerne mit. Die Jüngste mit ihren sechs Jahren schlief leider ein, da das Orchester wohl etwas spät in Gang kam. Ich ging still herum mit dem schlafenden Kind im Arm, aber meine Älteste kannte alle Instrumente, als wir im Mondschein nach Hause wanderten. 
Komm rechtzeitig vor 20 Uhr und suche dir einen Platz in den zwei vorderen Räumen, dann ist es auch möglich früher zu gehen ohne jemanden zu stören.
Politiken am 18.3.2012